Shorttracker und US-NOK erwarten ein Ergebnis der Anfrage zur Olmypia-Ausscheidung -------------------------------------------------------------- Von speedskating.com Die Kontroverese, die das Ende der Shorttrack-Olympiaqualifikation der USA getrübt hatte, ist noch nicht vom Tisch und ist jetzt beim amerikanischen Dachverband US Speedskating Gegenstand einer Untersuchung, die das Nationale Olympische Komittee der USA aufmerksam beobachtet. Die Untersuchung wurde ausgelöst durch die Behauptung von Läufer Tom O'Hare vom 27. Dezember, dass zwei andere Läufer einen Komplott geschmiedet hätten, den Ausgang der 1000 Meter zu klären, die am 22. Dezember den Abschluß der Ausscheidungen im Olympic Oval in Kearns, Utah, ausgetragen wurden. Der Endlauf über 1000 Meter wurde von Shani Davis gewonnen, der damit genügend Punkte bekam, um noch Sechster der gesamtwertung zu werden und sich damit den letzten Platz im US-Olympiateam zu sichern. O'Hare hingegen, der den Endlauf nicht erreicht hatte, fiel vom 6. auf den 7. Platz zurück und verfehlte damit die Olympiaqualifikation. US Speedskating beauftrage Rechtsanwalt Steve Smith mit der Untersuchung der Eingabe. O'Hares Rechtsanwalt Kevin Duff hingegen hält Smith für befangen, weil dieser in der Vergangenheit für US Speeedskating gearbeitet hatte, und bat das US-NOK in einem Brief vom 4. Januar um eine Untersuchung. Fred Benjamin, Präsident von US Speedskating, sagte der "Salt Lake Tribune" am Samstag [5. Jan]: "Wir versuchen Fakten zu finden, die, wenn es sie gibt, für einen Beweis taugen, und nicht nur für Vermutungen oder Unterstellungen. Wenn wir das getan haben, werden wir sehen, was zu tun ist." Was bei Beobachtern Mißtrauen erregte, war die Tatsache, dass Davis' Freund Apolo Anton Ohno, der bis zu diesem Zeitpunkt jedes einzelne Rennen der Ausscheidungen gewonnen hatte, nur als Dritter einlief und während der letzten Runden wie gelähmt wirkte. Im 1000-m-Endlauf waren auch Rusty Smith, der Zweiter wurde, und Ron Biondo, der als Vierter einkam. Smiths besseres Finale bedeutete zudem, dass er an Stelle von Biondo als zweiter Läufer neben Ohno für einen 1000-m-Einzelstart bei Olympia qualifiziert ist. O'Hare behauptet nun, dass Ohno und Smith sich heimlich abgesprochen haben, Ohnos Freund Davis ins Olympiateam zu hieven und zudem den 1000-m-Startplatz für Smith klarzumachen. In einem Interview mit der "St. Loiuis Post-Dispatch" Ende Dezember sagte O'Hare: "Es war ein typischer Fall von ,Eine Hand wäscht die andere'. Rusty brauchte jemanden, der Biondo den Weg verbaut, und Apolo hat gemeint, okay, ich helfe dir, aber Du mußt Shani gewinnen lassen. So stelle ich mir vor, wie es gewesen sein muss." In höflicheren Worten formulierte es O'Hares Anwalt Duff am 4. Januar: "Wir glauben, dass der Verlauf des Rennens von einem oder mehreren Teilnehmern vorbestimmt wurde, und wir haben dem US-NOK deutlich gemacht, dass wir das für eine Verletzung der Regeln dvon US Speedskating und des NOK halten." Der Hauptschiedsrichter des Rennens, Jim Chapin, sagte der "St. Louis Post-Dispatch", er wäre verblüfft gewesen von dem Kontrast zwischen Ohnos Leistung im 1000-m-Endlauf und allen vorhergehenden Rennen der Trials. "Es war die ganze Woche kein Problem für Ohno, wenn er das Rennen entscheiden wollte", sagt Chapin, "warum unternahm er ausgerechnet im letzten Rennen nicht einen einzigen solchen Versuch?" Als die Ausscheidung längst vorüber war und der 1000-m-Olympiastartplatz in seiner Hand, schrieb Rusty Smith in einem Sportlertagebuch für die Website ESPN.com: "Die Sache, die die Leute nicht verstehen, ist die, dass du, wenn du keinen Sieg mehr brauchst, um dich zu qualifizieren, keine dummes Überholen erzwingst und damit das Risiko einer Verletzung eingehst." Weiter beschrieb Smith das Rennen so: "Shani Davis mußte das Rennen gewinnen, um sich zu qualifizieren, so dass er natürlich das ganze Rennen aktiv an der Spitze lief. Ich hielt mich die ganze Zeit an zweiter Position, weil ich wußte, so habe ich die beste Chance, am Ende das Rennen zu gewinnen. Drei Runden vor Schluß setzte ich zum Überholen an, doch unter mir brach das Eis weg und ich war außerstande dazu. Dann drehte ich mich kurz um, um zu sehen, ob ich nicht selbst überholt werde, und stellte fest, dass etwas Abstand zwischen mir und Apolo lag, der an dritter Stelle lag, mit Biondo hinter sich. Ich konnte erstmal durchatmen und beschloss, diese Position zu halten, denn das letzte, was ich brauchte, war ein Sturz, und mein Einzelstart bei Olympia wäre erst recht futsch." Auch Ohne hatte gleich nach dem Rennen geäußert, dass er infolge eines Beinahe-Sturzes vier Runden vor Schluß beschloss, auf Nummer sicher zu laufen. Rechtsanwalt Steve Smith sagte ESPN.com: "Mein Ziel ist es doch, die Wahrheit herauszufinden über das, was geschehen ist. Zweifellos ist Ohno ein herausragender Läufer, und dass er hat das letzte Rennen nicht gewonnen hat, wirft die Frage auf, warum er es nicht gewonnen hat. Ich möchte daraus jedoch keine voreiligen Schlüsse ziehen ... Wenn Sie jemanden dem Vorwurf einer Verschwörung aussetzen, müssen sie sicher sein, dass da auch etwas dran ist." Obwohl ein Sprecher von US Speedskating der Nachrichtenagentur AP gesagt hatte, dass am Dienstag [8. Jan] Stichtag für die Erledigung der Anfrage sein, sagte US-Speedskating-Präsident Benjamin, das es keinen Stichtag dafür gäbe. "Wir haben die Pflicht, alle unsere Sportler zu schützen, jene, die das Olympiateam bilden, ebenso wie alle anderen." ----------------------------------------------------------------------------- Übersetzung eines Beitrags von speedskating.com vom 9. Januar 2001 Keine Garantie für diese Übersetzung. Quelle des Originaltextes: http://www.speedskating.com/ar/show.rp?id=100517